Quelle :GZ vom 01.03.2017

Mit Kunststoffdeckeln gegen Polio

In Deutschland gilt die Kinderlähmung, die kurz nur Polio genannt wird, als ausgerottet. In den Entwicklungsländern erkranken allerdings immer wieder vor allem Kinder an der Krankheit.

Mädchen und Jungen aus der sechsten Klasse treiben ín der Oberschule die Aktion „Deckel gegen Polio“ voran und haben sehr zur Freude von Schulleiter Quint Gembus (links) sowie den Lehrerinnen Vanessa Spillner (rechts) und Jessica Bode (2.v.l.) 10 000 Deckel gesammelt. Foto: Eggers

 

Damit sie bekämpft wird, engagieren sich jetzt auch die Mädchen und Jungen der Oberschule Braunlage. Sie beteiligen sich an der Aktion „Deckel gegen Polio“.

Dabei sammeln die Schüler die Kunststoff-Deckel von Flaschen, Zahnpasta-Tuben oder Ketchup-Behältnissen, teilen Schulleiter Quint Gembus sowie die Lehrerinnen Vanessa Spillner und Jessica Bode mit. Die Initiative dafür sei von der sechsten Klasse gekommen berichten sie. „Mittlerweile sammelt aber schon die ganze Oberschule“, sagt Lehrerin Spillner.

In der Schule seien Sammelbehälter aufgestellt worden. „Wir haben bereits mehr als 10.000 Deckel bekommen“, berichtet Vanessa Spillner weiter. Vor allem in Pakistan, Nigeria und Afghanistan erkranken und sterben noch immer Menschen, vor allem Kleinkinder, an der Infektionskrankheit. Mit dem Projekt „Deckel gegen Polio“ will die Oberschule die weltweite Aktion „End Polio Now“ unterstützen. 500 Deckel aus hochwertigen Kunststoffen (HDPE und PP) entsprechen etwa einem Kilogramm und damit laut Spillner einer Impfdosis. „Bislang haben wir also 20Kinder davor bewahrt, an Kinderlähmung zu erkranken“, sagt sie.

Die Schüler seien mit Eifer bei der Sache, berichtet Spillner weiter. „Viele bitten Eltern, weitere Verwandte und Freunde ebenfalls darum, diese Deckel zu sammeln und ihnen dann zu geben“, sagt Schulleiter Gembus. Dies sei auch überhaupt kein Problem. „Denn die Pfandautomaten akzeptieren die Kunststoffflaschen auch ohne Deckel“, erklärt er.

Die gesammelten Säcke werden zum Jugendtreff am Bündheimer Schloß in Bad Harzburg gebracht, wo eine der Sammelstellen in der Region sei. Von dort aus geht der hochwertige Kunststoff zum Verein „Deckel drauf“, der als Träger dieser Aktion fungiert. In diesem Zusammenhang teilt der Verein mit, dass nur die Deckel für diese Aktion benötigt werden. Der Kunststoff der Flasche selbst sei nicht rein genug, um weiterverwertet zu können, heißt es.

   
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