Quelle:Goslarsche Zeitung Autor: Michael Eggers

 

Braunlage. Wenn Thomas Meyer zum Schuljahresende in den Ruhestand geht, werden bei manchem ein paar Tränen kullern. Der 63-jährige Leiter der Oberschule Braunlage ist beliebt wie kaum ein anderer.

Meier

Er war Jung- und Vertrauenslehrer, stellvertretender Schulleiter und zuletzt stand er ein paar Jahre an der Spitze der Schule. Insgesamt 36 Jahre hat er ununterbrochen im Schulzentrum gearbeitet.

„Braunlage ist meine zweite Heimat“, sagt der Herzberger. Kein Wunder, er hat Generationen von Schülern in der Stadt unterrichtet. „Mittlerweile habe ich viele Kinder, deren Eltern bereits bei mir waren“, sagt er. Interessant sei dabei, dass die Eltern mitunter eine andere Wahrnehmung von ihrer Schulzeit haben, als er. „Ein Vater hat mal zu mir gesagt, ,bei uns herrschte noch Zucht und Ordnung, wir haben gehört‘“, erzählt der Lehrer. Dabei sei dieser Vater als Schüler mindestens einmal die Woche ins Klassenbuch eingetragen worden, weil er ebenfalls Probleme bereitete.

Viel Humor

Meyer hat stets dieses leichte Schmunzeln im Gesicht. Sein Humor ist es denn auch, der ihn bei Lehrern und Schülern gleichermaßen beliebt gemacht hat. Allein mit einem lockeren Spruch hat er es meist geschafft, sich durchzusetzen.

Dabei war der Start alles andere als einfach. Am 25. August 1980 hatte Thomas Meyer seinen ersten Schultag in Braunlage. Zuvor hatte der damals 27-Jährige sein Referendariat an der Gesamtschule in Bad Lauterberg absolviert, in Göttingen studiert und am Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium in Herzberg sein Abitur gebaut.

„In Braunlage bekam ich gleich eine neunte Klasse mit 36 Schülern, mit der andere Lehrer vorher Probleme hatten“, erinnert er sich. Wie er das geschafft hat, sich bei diesen Schülern durchzusetzen, weiß er nicht mehr genau. „Die Dinge, die wir während des Studiums zur Konfliktlösung gelernt hatten, habe ich aber selten angewandt“, meint er. Meyer hat sich eher auf seinen gesunden Menschenverstand verlassen, und das mit Erfolg. „Ich erinnere mich noch gern an die Klassenfahrt ins Jugendwaldheim nach Ehrhorn bei Schneverdingen, dabei war ich der einzige Lehrer, der mitgefahren ist. Das wäre heute undenkbar.“

Überhaupt seien zu Beginn seiner Tätigkeit noch mehr Reisen unternommen worden, auch vom Lehrerkollegium. „Ich habe im Winter Skilanglauf-Touren mit den Schülern gemacht“, berichtet er. Diese Sportart stand seinerzeit auch im Sportunterricht auf dem Programm. An Klassenfahrten hat er fast folgerichtig bis zuletzt regelmäßig teilgenommen.

Unternehmenskontakte

Meyer hatte in Braunlage von Karl-Günther Fischer das Fach Arbeit/Wirtschaft übernommen und es weiter ausgebaut. Dabei hat er enge Kontakte zu den Unternehmen in der Region geknüpft.

Der Lehrer hat schon eine Veränderung im Verhalten der Schüler seit Anfang seiner Lehrerzeit festgestellt. Aber das könnten auch subjektive Eindrücke sein, meint er, denn schon Sokrates habe sich vor mehr als 2000 Jahren negativ über die Jugend „von heute“ geäußert. Tatsache sei allerdings, dass „ich mich besser an die Klassen erinnere, die ich zu Anfang meiner Lehrerzeit unterrichtet habe, als an die vor sechs Jahren.“

   
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